Gedichte übers Rauchen

Gedicht: Einsicht?

 

Ein Mensch, seit Jahren rauchgewohnt,
glaubt fest, daß seine Lebensart,
stets rauchumhüllt, das Leben lohnt
und sein Genuß (mit Sucht gepaart)
nur seine eig'ne Sache sei.
Und wenn, sagt er, falls and're mahnen,
es ist mein Wille, bin so frei,
denn wer nicht raucht, kann doch nicht ahnen,
welch' Glück die Sorgentöter bringen.
Recht hat er, so aus seiner Sicht.
Glaub mir, es wird dir nicht gelingen,
daß er mit seinem Laster bricht.
So laß ihn denn, er wird mit Jahren,
- nicht unbedingt und nur vielleicht -
die Umkehr seines "Glücks" erfahren.
Ob seine Einsicht dann noch reicht?
Es ist ein sehr gewagtes Spiel,
im Kindesalter oft begonnen.
Bei manchem erst der Groschen fiel,
wenn Krankheit statt der Raucherwonnen
den Lebensirrtum offenbaren
und bei dem Mensch nach langen Jahren
- nicht unbedingt und nur vielleicht -
"Genuß" der späten Einsicht weicht!

Karl Dimmig

 

 

24.4.07 20:03, kommentieren